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„Wir Lehrer müssen genau hinsehen!" BBS- Lehrerfortbildung zur Mobbingprävention

„Wir sind verantwortlich. Lehrer, Sozialarbeiter und Schulpfarrer müssen genau hinsehen, was in unseren Klassen abläuft. Mobbing passiert nur zum Teil direkt vor unseren Augen. Aber es gibt Hinweise und Zeichen, die aufmerksam machen sollten. Wenn ein Lehrer, die Hinweise und Zeichen kennt, kann er danach diskret bei den Schülern und Kollegen fragen,“ so Schulpfarrerin Sabine Arnold auf einem Seminar für Pädagogische Fachkräfte der Berufsbildenden Schulen des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen.

Lehrer und Lehrerinnen verschiedener Abteilungen und Funktionen und der Schulsozialarbeiter haben sich einen Nachmittag Zeit genommen, um auf die oft schwer zu entdeckenden Informationen in Zukunft aufmerksam zu werden und angemessen zu reagieren.


Zunächst wurde mithilfe einer Powerpointpräsentation, die Fachpraxislehrerin Hella Einemann- Gräbert mit Schülern und Kollegen erstellte, geklärt, worauf genau Lehrer und andere Verantwortliche in der Schule achten sollten. „Eine Schülerin, die in jeder Pause alleine steht, ohne Nachbarn im Klassenzimmer sitzt und übermäßig die Nähe von Lehrern sucht, hat fast immer ein Problem. Da muss man einfach nachhaken.“, erläutert Einemann- Gräbert ihre Erfahrungen.

In einem Vortrag wurde der No-Blame-Approach (Zugang ohne Schuldzuweisung) dargestellt. Bei dieser Technik geht es darum, dass ein Lehrer die Klassensituation in die Hand nimmt. Zunächst müssen Daten und Fakten über den Mobbingfall gesammelt werden. Dann wird auch in Absprache mit Kollegen eine Unterstützergruppe für das Mobbingopfer zusammengestellt. Haupttäter, Mitläufer und sozial kompetente Schüler werden zum Gespräch geladen. Dort werden die Fakten so neutral wie möglich geschildert und das Ziel benannt: „Was könnt Ihr tun, dass es Sven gut geht?“ Die soziale Kompetenz der Schüler wird ernstgenommen und gefordert. Das Mindeste ist, dass Mobbing in der Klasse aufhört. Wenn dann die sozial kompetenten Schüler ihre Mitschüler auch ohne die Anwesenheit des Lehrers zu akzeptablem Verhalten auffordern, ist schon viel gewonnen. So die Erfahrung der beiden Referentinnen.

In einem Rollenspiel wurde von den Teilnehmern praktisch erprobt, wie sich Schüler in einer Unterstützergruppe verhalten und welche Klippen in der Moderation zu umgehen sind.

„Wir können das gemeinsam in unserer Klasse ausprobieren“, nehmen sich zwei Lehrerinnen für die nächsten Wochen gemeinsam vor. Und: „Hier zeigt sich, wie wichtig Teamarbeit unter Lehrern ist. Dies gilt auch für die Bekämpfung von Mobbing.“

Ein Lehrer kommentierte: „Wenn ich diese Technik gekannt hätte, hätte ich mir und der Klasse im letzten Jahr viel Stress erspart.“

Weitere Informationen zur NBA- Methode: Hella Einemann- Gräbert (04433- 1244)
und Sabine Arnold (04471- 947023)